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Förderverein Cranach-Höfe e.V.

Das Engagement Wittenberger Bürger für die Cranach-Höfe und die Altbausubstanz allgemein geht weit zurück. Der Ursprung liegt in einem Gesprächskreis "Junger Erwachsener", der sich seit 1982 unter der Leitung von Friedrich Schorlemmer traf. Die Gesprächsthemen gingen über das Alltägliche hinaus. Bereits 1986 wurde in einem Brief an den XI. Parteitag der SED auf die dringend notwendige Sanierung der historischen Bauten hingewiesen. Doch die Versuche, durch Briefe eine Änderung in der Politik zu erreichen, blieben ohne Erfolg. Die Tür des Cranach-Hauses Markt 4 wurde nun auch tagsüber verschlossen, damit die Touristen den Verfall hinter der getünchten Fassade nicht sahen.

1989 bereitete der Gesprächskreis einen Aufruf zur Rettung der Cranach-Höfe vor, der am 7. November im "Gebet um Erneuerung" in den Wittenberger Kirchen verlesen wurde. Spontan erklärten sich etwa 200 Wittenberger bereit, durch Handanlegen oder durch Geldspenden zur Erhaltung der kulturhistorisch bedeutsamen Gebäude beizutragen. Ende November 1989 gab es eine gemeinsame Beratung im Hochbauamt der Stadt zur möglichen Nutzung der Cranach-Höfe. Briefe an den damaligen Kulturminister blieben jedoch unbeantwortet. Erst ein Bericht im Hamburger "Zeit-Magazin" brachte der Bürgerinitiative eine größere Öffentlichkeit. Am 12.02.1990 fand die Gründungsversammlung des Fördervereins statt, am 7. Mai wurde er als erster eingetragener Verein in Wittenberg registriert. Als Kind der "friedlichen Revolution" spiegelt die Geschichte des Vereins den Umbruch wider. Zu spüren waren die fatalen Folgen verfehlter Politik und die Schwierigkeiten bei der Übernahme gesetzlicher Regelungen, die eine legale und demokratische Mitarbeit der Bürger zuließen.

Im Frühjahr führte der Verein erste Sicherungsmaßnahmen auf dem Grundstück Markt 4 durch. Ende März 1990 gab es in Wittenberg ein Bürgertreffen mit der Partnerstatt Göttingen. Der Cranach-Hof in der Schlossstraße 1 wurde einbezogen und war erstmals wieder ein Ort der Kultur. Ein Transparent mit der Aufschrift "Wo Häuser verkommen, verkommen auch Menschen" des Berliner Künstlers Wolfgang Janisch provozierte Gespräche und brachte viele neue Mitglieder, unter ihnen die Bundestagspräsidentin, Frau Prof. Rita Süßmuth.

Am 20. Juni 1990 bekannte sich das neu gewählte Stadtparlament zur Förderung des Projektes der Cranach-Höfe. 1991 zog die Geschäftsstelle des Vereins in das Vorderhaus des Hofes Markt 4 ein. Am 1. Mai wurde zudem mit der Ausstellung von Werken einer Wittenberger Künstlerin eine erste kleine Galerie im Cranach-Haus eröffnet. Wenige Wochen später wurde eine historische Druckerstube eingerichtet. Zu Lesungen, Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen kamen viele Besucher.

Das Sammeln von Spenden für die Cranach-Höfe wurde durch zahlreiche Initiativen ganz persönlicher Art geprägt. Ein Staatsanwalt engagierte sich für die Zuwendung von Bußgeldern, ein Mitglied entwarf einen symbolischen Baustein, andere nahmen Geburtstage zum Anlass, um Spenden zu erbitten. Der Kunstverein Coburg startete eine Werbeaktion, eine Göttinger Firma erbrachte umfangreiche unbare Leistungen. Mit dem Antrag zur Förderung der Cranach-Höfe bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn begann eine engagierte Zusammenarbeit.

Mit einer Mitgliedschaft im Förderverein (Jahresbeitrag: 50,00 €) können auch Sie das Projekt unterstützen. Als Vereinsmitglied erhalten Sie zudem freien Eintritt zu den Ausstellungen im Cranach-Haus Markt 4 sowie ermäßigten Eintritt zu allen Veranstaltungen der Cranach-Stiftung und einen Rabatt bei Übernachtungen in den Cranach-Häusern.

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