Sonderausstellungen

Muttermorphose
Werke zwischen Kind und Kunst von Wiebke Kirchner
25.02.2026 - 10.05.2026
Wiebke Kirchner studierte Malerei und Grafik an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale und arbeitet seit ihrem Abschluss 2016 als freischaffende Künstlerin. Sie erhielt 2019/20 das Cranach-Stipendium. Ihre Arbeiten sind meist Collagen aus verschiedenen Materialen, in denen sie Impressionen aus ihrer mittelbaren und unmittelbaren Umgebung und aus der Auseinandersetzung mit Menschen in ihrem Umfeld verarbeitet.  Von besonderer Bedeutung ist für die Künstlerin das Thema Mutterschaft, da der moderne Kunstbetrieb auf diese herausragende Rolle der Frau oft keine Rücksicht nimmt, diese teilweise sogar systematisch ausschließt.  Mit diesem Gedankenkomplex beschäftigte sie sich intensiv während ihres Aufenthalts bei der Cranach-Stiftung, da sie im Jahr 2020 selber Mutter werden sollte. Die Werke aus dieser Zeit sollen das Themenjahr „Zwischen Tradition und Moderne. 30 Jahre Jugendkunstschule“ eröffnen. Die Arbeiten „Motherhood“ führen uns nicht nur vor Augen, wie schwierig es für junge Eltern sein kann, einen Zugang zur Kunstwelt zu erhalten. Sie schlagen auch eine Brücke zur nächsten Generation und erinnern uns daran, dass unsere Kulturgüter und unser kulturelles Wertesystem nur überleben können, wenn Kulturbetriebe wie die Cranach-Stiftung auch junge Eltern und deren Kindern mit ihren Angeboten erreicht. Die Ausstellung wurde durch eine Förderung des Landes Sachsen-Anhalt und der Lutherstadt Wittenberg ermöglicht.
Dialoge mit dem Vergessenen
Künstlerische Werke von Eva Jepsen-Föge und Ewa Trafna
19.06.2026 - 04.10.2026
Mit Ewa Trafna und Eva Jepsen-Föge werden zwei Künstlerinnen präsentiert, die zu den ersten Generationen von Stipendiat*innen der Cranach-Stiftung zählen. Ewa Trafna wurde 1958 in Warschau geboren und ist Bildhauerin, Malerin und Performence-Künstlerin. Sie hat als erste Künstlerin nach der Wende 1989 in den Cranach-Höfen eigene künstlerische Projekte umgesetzt, darunter auch Projekte für Kinder, obwohl sich die Gebäude noch in einem völlig desolaten Zustand befanden. Dennoch konnte die zukünftige Nutzung schon von der Künstlerin sichtbar gemacht werden. Ewa Trafna, die 1994 und 1995 ein Stipendium der Cranach-Stiftung erhielt, experimentierte in ihrer künstlerischen Arbeit mit Elementen des kaputten Hauses, mit alten Dachziegeln oder rustikalen Holztüren. Es entstanden Kunstobjekte mit ganz eigener Ausstrahlung. Eva Jepsen-Föge, geboren 1943 in Minden, ist Metallbildhauerin und studierte Kunst und Design an der Fachhochschule Köln, später an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale und an der Universität der Künste in Berlin. Sie erhielt 1995 das Cranach-Stipendium.  Ihre Werke bestehen aus einst alltäglichen Gegenständen, die weggeworfen und von der Künstlerin wieder aufgesammelt wurden. Sie verwandelt sie in etwas neues, in etwas kunstvolles und gibt ihnen damit neues Leben. Gleichzeitig mahnen ihre Werke an die Vergänglichkeit der Dinge, sind eine Hommage an die frühe Popkultur und eine kritische Auseinandersetzung mit unserer modernen Wegwerfgesellschaft – eine Kritik, die seit einigen Jahren immer lauter wird und uns zu einem schonenderen Umgang mit unserer Umwelt aufruft. Die Ausstellung wurde durch eine Förderung des Landes Sachsen-Anhalt und der Lutherstadt Wittenberg ermöglicht.
Kleine Monumentalität - monumentale Kleinigkeiten
Werke von Juana Anzellin und Christoph Kukla
23.10.2026 - 10:00 Uhr
Die gemeinsame Werkschau von Juana Anzellin und Christoph Kukla - zwei Dozenten der Jugendkunstschule - verbindet Druckgrafik mit filigranen Papierminiaturen und zeitgenössischer 3D-Drucktechnologie. Im Zentrum steht das Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen künstlerischen Techniken und die Frage, wie diese unsere Wahrnehmung von Größe, Raum, Materialität und Wirklichkeit beeinflussen. Die Ausstellung versammelt künstlerische Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen und Projekten beider Künstler:innen und gibt Einblick in die Entwicklung ihrer individuellen Bildsprachen. Durch die radikale Skalierung manche Werke entsteht eine unerwartete Monumentalität: Vertraute Formen und Motive erscheinen in neuen Dimensionen und eröffnen einen bewussten Perspektivwechsel. So bewegt sich die Werkschau zwischen Präzision und Imagination, zwischen dem Kleinen und dem Monumentalen, zwischen realer Materialität und visueller Fantasie. Sie lädt dazu ein, den eigenen Blick auf Gegenwart und Wirklichkeit neu wahrzunehmen.
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